Bis and die Grenze des technisch machbaren – und manchmal darüber hinaus

Innovation steht unter der Prämisse der Zukunftssicherung in unserer Firmenstrategie an oberster Stelle. Die Winterthur Technology Group entwickelt laufend neue Produkte, um die bestehende Marktposition zu sichern und neue Märkte zu erschliessen. Derzeit setzen wir rund 5 % unseres Umsatzes in Forschung und Entwicklung ein. Dieser Aufwand rechnet sich – im Geschäftsjahr 2007 stammte rund ein Viertel der Umsätze mit gesinterten Produkten aus Neuentwicklungen der letzten drei Jahre. 2008 basierten circa ein Fünftel der Werkzeuge für die Wendeschneidplattenbearbeitung auf Entwicklungen der letzten vier Jahre. Im selben Jahr war eine einzige neu entwickelte Bindungsfamilie für die keramischen CBN-Schleifscheiben so erfolgreich, dass sie auf Anhieb ein Achtel des Umsatzes in diesem Segment ausmachte. Neben dem wirtschaftlichen Erfolg unterstreichen zahlreich erteilte Patente, Musterschutzerteilungen und Innovationspreise unseren Erfindergeist.

Moderne Schleiftechnik steht als entscheidender letzter Arbeitsschritt zur Erzielung perfekter Oberflächen an der Spitze der technologischen Entwicklung – das gilt für Schleifscheiben, Abrichtwerkzeuge und Maschinen in gleichem Masse. Neben der Optimierung von Prozessen und Arbeitsgeschwindigkeiten steht die schnelle Reaktion auf neue Werkstoffe im Vordergrund der meisten Innovationen.

Glasfritte keramische Bindung

Die zur Zeit sehr schnell voranschreitende Entwicklung für Werkstoff-Hybride wie Metall-Keramik und Metall-Kunstharzkombinationen verlangt eine adäquate „Schleif-Antwort“. Die konnten wir bereits Anfang 2009 mit einer Bindungs-Kombination von Keramik mit Polykondensaten an ausgewählte Kunden geben. Die neuen Schleifscheiben erlauben wesentlich höhere Arbeitsgeschwindigkeiten als bisher bekannt und haben die ersten Einsätze mit Bravour bestanden. Dieses Beispiel zeigt exemplarisch: WTG-Entwickler verfolgen Entwicklungen nicht passiv, oft genug antizipieren sie Innovationen, um zeitgleich mit einem neuen Werkstoff die dazu passende Schleiflösung auf den Markt zu bringen.

Als massgebliche Innovationstreiber sehen wir drei Faktoren:

  • Entwicklungen auf Basis kundenspezifischer Anforderungen wie zum Beispiel die Reaktion auf die immer wiederkehrende Forderung nach mehr Effizienz im Bearbeitungsprozess.
  • Parallele Forschung im Bereich neuer Werkstoff- und Bearbeitungstechnologien.
  • Eigener, ungebremster Forschergeist zum Beispiel in der Basisentwicklung völlig neuer Schleifmittel.
Perfekte Spanleitstufe der SPECTRA 820

Vor diesem Hintergrund haben wir den Bereich F&E in den letzten Jahren an den Kernstandorten Meerbusch, Västervik, und Villach und Royersford personell und technisch massiv ausgebaut. Dazu zählen Einrichtungen wie Raster Elektronen Mikroskope (REM) für optische Analysen im Nanobereich von Schleifmittel und Bindungen, Differential-Thermoanalysen (DTA) und Dilatometer für die Prüfung des Temperaturverhaltens, Laserdiffraktiometer für die Partikelgrössenüberwachung sowie physikalische und chemische Einrichtungen für Belastungstests, sowie innovative Softwarelösungen und aufwendige Versuchseinrichtungen für neue Maschinenkonzepte. Darüber hinaus arbeiten unsere Entwicklerteams mit renommierten internationalen Forschungsinstituten zusammen.

Die enormen Fortschritte der letzten Jahre im Bereich Werkstoffe und die gestiegenen Anforderungen an Effizienz und Präzision haben gerade die Schleiftechnik oft genug an die Grenze des technisch machbaren getrieben. Andererseits wären viele industrielle Verfahren und Produkte ohne die aus der Schleiftechnik kommenden Impulse und Lösungen bis heute schlicht nicht realisierbar. Letztendlich spielt es dabei keine grosse Rolle, wer wen treibt. Entscheidend sind die richtigen Antworten auf die wesentlichen Fragen.

Und da steht die Winterthur Technology AG dank der Kreativität und Unerschrockenheit ihrer Mitarbeiter auf neuem Terrain sehr gut da. Norbert Lamers, ehemaliger Geschäftsführer von Wendt, beschreibt den Innovationsgeist unserer Mitarbeiter so: „... wenn das Wort Problem fällt, oder noch besser die Steigerung von Problem, nämlich unmöglich, dann wird es für uns interessant. Nur die Tatsache, dass wir uns immer am Rande des technisch Schwierigen bis manchmal Unmöglichen entlang hangeln, ist der Grund, warum wir so erfolgreich sind.“